Zum Inhalt springen
Tina Mandel
Dr. Tina Mandel
17. Juli 2023
Lachende Frau deutet mit beiden Zeigefingern auf ihre weißen Zähne

8 Wege, deine Zähne zu schützen

4
min Lesezeit
Zahn-Hacks

Medizinisch geprüft von Dr. Tina Mandel, Fachzahnärztin für Oralchirurgie Stand: 9. September 2026

Kurz gesagtGesunde Zähne sind keine Frage der Gene, sondern der Gewohnheiten. Zweimal täglich zwei Minuten putzen, nicht zu fest, jeden Tag Zahnseide, nicht direkt nach dem Essen putzen, Zucker nicht über den Tag verteilen, keine Selbstversuche zum Aufhellen, Zahnstein entfernen lassen und die Kontrollen wahrnehmen.

Inhalt dieses Artikels
  1. Der Traum von gesunden Zähnen
  2. Die 8 wichtigsten Tipps für gesunde Zähne
  3. Häufige Fragen
  4. Quellen

Der Traum von gesunden Zähnen

Zähne sind ein leidiges Thema. Keiner geht gerne zum Zahnarzt. Immer, wenn man da ist, findet der Zahnarzt etwas. "Sie haben Karies, da muss ich bohren". Na toll, schon wieder. Kennst du? Wahrscheinlich schon. Wenn nicht, ist das fast wie ein 6er im Lotto. Denn Karies gilt als Volkskrankheit. Laut der Zahnärztekammer Nordrhein haben fast 98% der Deutschen Karies. Die schlechte Nachricht: Es ist nicht genetisch bedingt. Die Ausrede "meine Mutter hatte auch schlechte Zähne" zieht leider nicht. Sorry 🤔 Die gute Nachricht: Es ist nicht genetisch bedingt! Das heißt, du kannst es verhindern! Ist das nicht eine gute Nachricht? Wenn du dich an ein paar Spielregeln hältst, ist Zahnpflege gar nicht so schwierig. Ich verrate dir hier die grundlegendsten Tipps!

Die 8 wichtigsten Tipps für gesunde Zähne

👉 Putze zwei Mal am Tag für zwei Minuten deine Zähne! Jetzt denkst du wahrscheinlich "Klasse, danke für den tollen Tipp. Das hätte ich auch selbst gewusst". Aber mal ehrlich: Weißt du so genau, wie oft Putzen eigentlich richtig ist? Nach jedem Essen? 3 Mal? Für 3 Minuten? Viel hilft nicht viel. Du kannst Zähne auch überputzen. Richtig ist tatsächlich: Zwei mal täglich für zwei Minuten. Dann aber mit Bedacht, so dass alle Bereiche gleichmäßig geputzt werden.

👉 Nicht zu stark bürsten! Wie gesagt. Viel hilft nicht viel. Wer zu oft putzt oder zu feste schrubbt, schädigt seinen Zahnschmelz und sein Zahnfleisch. Das kann zu überempfindlichen Zähnen führen. Einige elektrische Zahnbürsten haben einen Drucksensor, der dich warnt, wenn du zu feste drückst. Diese Dinger sind tatsächlich sehr sinnvoll.

👉 Benutze jeden Tag Zahnseide! Klingt übertrieben? Die Zahnflächen in deinen Zahnzwischenräumen machen einen Drittel deiner gesamten Zahnflächen aus. Dort kommt die Zahnbürste nicht hin. Das heißt, wenn du Zahnseide weg lässt, säuberst du einen Drittel deiner Zähne gar nicht.

👉 Putze deine Zähne NICHT direkt nach dem Essen! Nach dem Essen ist der pH-Wert in deinem Mund sehr sauer. Dadurch ist dein Zahnschmelz angelöst. Wenn du jetzt direkt putzt, putzt du dir deinen Zahnschmelz weg. Warte mindestens 30 Minuten, wenn du dir die Zähne putzen willst. Dein Speichel braucht diese Zeit, um die Säuren abzupuffern.

👉 Verteile Zucker NICHT über den ganzen Tag! Du trinkst gerne gesüßte Getränke über den Tag verteilt? Oder naschst gerne mal zwischendurch? Das ist tatsächlich ein Problem. Denn nicht nur die Zuckermenge spielt eine Rolle bei der Kariesentstehung. Viel relevanter ist es, über welchen Zeitraum deine Zähne dem Zucker ausgesetzt sind. Eine Tüte Gummibärchen über den Tag verteilt ist tatsächlich gefährlicher für deine Zähne als eine Tüte Haribo auf einmal! Denn bei jedem Naschen entstehen Säuren in deinem Mund, die den Zahnschmelz angreifen und Karies verursachen. Versuche deine zuckerhaltigen Speisen und Getränke in Verbindung mit den Hauptmahlzeiten einzunehmen!

👉 Keine Selbstversuche! Zähne aufhellen mit Backpulver? Oder Kurkuma? Oder Zitronensäure? Die DIY-Trends sind vielseitig. Das Problem bei den Selbstbehandlungen ist, dass sie stark den Zahnschmelz schädigen können. Und Zahnschmelz wächst nicht nach! Das heißt, wenn der Versuch nach hinten losgeht, hat man einen Schaden für's Leben. Ich habe zudem noch nie erlebt, dass die DIY-Methoden einen Effekt zeigen.

👉 Lasse deinen Zahnstein entfernen! Zahnstein ist Zahnbelag, der durch die Mineralien im Speichel fest wird. Dann kannst du ihn nicht mehr selbst mit deiner Bürste entfernen. Zahnstein bildet sich am meisten auf der Innenseite der unteren Frontzähne und an den Außenseiten der Oberkiefer-Backenzähne. Er verdrängt das Zahnfleisch und lässt es entzünden, da an der rauen Oberfläche viele Bakterien anhaften. Die Zahnstein-Entstehung lässt sich zwar mit einer guten Zahnpflege stark reduzieren, aber meistens nie ganz verhindern. Daher: Lasse deinen Zahnstein beim Zahnarzt entfernen! Ein Mal im Jahr bezahlt es die gesetzliche Krankenkasse.

👉 Nimm die Kontrollen beim Zahnarzt wahr! Zwei Mal im Jahr bezahlt die gesetzliche Krankenkasse eine Kontrolle beim Zahnarzt. Und das hat seinen Sinn! Denn im Mund gibt es viele versteckte Krankheiten, die du nicht merkst. Sie machen erst Beschwerden, wenn sie sehr groß sind. Wenn es früh genug entdeckt wird, macht die Behandlung keine Schmerzen.

Gesunde Zähne sind kein Schicksal! Diese Maßnahmen lassen sich alle gut in deinen Alltag einbauen. Versuche es und du wirst sehen: Es ist einfach, gesunde Zähne zu haben!

Also dann: Bitte lächeln 😁

Möchtest du deine Zähne aufhellen? Infos dazu kannst du hier nachlesen.

Häufige Fragen

Wie oft und wie lange soll ich Zähne putzen?

Zweimal am Tag für zwei Minuten, mit Bedacht und ohne viel Druck. Öfter oder länger bringt nichts, zu festes Schrubben schädigt Schmelz und Zahnfleisch.

Warum sollte ich nicht direkt nach dem Essen putzen?

Nach dem Essen ist der pH-Wert im Mund sauer und der Zahnschmelz angelöst. Wer dann putzt, putzt Schmelz weg. Mindestens 30 Minuten warten, damit der Speichel die Säuren abpuffert.

Ist Karies vererbt?

Nein. Laut Zahnärztekammer Nordrhein haben fast 98 Prozent der Deutschen Karies, aber sie ist nicht genetisch bedingt. Mit Putzen, Zahnseide und wenig Zucker zwischendurch lässt sie sich verhindern.

Wie oft zahlt die Krankenkasse Zahnsteinentfernung und Kontrolle?

Die gesetzliche Krankenkasse zahlt einmal im Jahr die Zahnsteinentfernung und zweimal im Jahr die Kontrolle beim Zahnarzt.

Quellen

  1. Karies und Parodontitis: Informationen für Patienten (Zahnärztekammer Nordrhein)
  2. S2k-Leitlinie Kariesprophylaxe bei bleibenden Zähnen, grundlegende Empfehlungen (083-001) (AWMF, DGZMK)
  3. Bundeszahnärztekammer: Prävention und Patienteninformationen (Bundeszahnärztekammer)

Das könnte dich auch interessieren